SPD-Fraktion stellt Weichen für Verbesserungen an den Grundschulen und Mittelschulen – Anträge „guter Ganztag“, Schulnetz Mittelschulen

„Guter Ganztag“ an den Grundschulen, Einrichtung von zusätzlichen Übergangsklassen an den Mittelschulen und ein stabiles Mittelschulnetz: Die Schulexperten der SPD-Stadtratsfraktion haben Anträge gestellt und Vorschläge gemacht, um die Schulqualität in allen Stadtteilen zu sichern und fortzuentwickeln.

Stadträtin Karin Pranghofer MdL a.D., langjähriges Mitglied im Bildungsausschuss des Landtags, plädiert aus pädagogischen Gründen für die gebundene und offene Ganztagsgrundschule, die jeweils in der Hand der Schule und Schulleitung liegen.

Für die Eltern entstehen bis auf das Mittagessen keine Kosten für den ganztägigen Unterricht, der Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangebote umschließt. Die „gebundenen“ Ganztagsklassen gebe es seit Jahren in bewährter Weise in der Kolping-Grundschule (Innenstadt) und der Dalberg-Grundschule (Damm). Neu ist die „offene“ Ganztagsgrundschule, die im kommenden Schuljahr an der Schillerschule in Damm erprobt wird. Dort tritt diese Form des Ganztags an die Stelle der Halbtagsschule mit anschließender Mittagsbetreuung. Die Eltern müssen bei der offenen Form der Ganztagsgrundschule ihr Kind mindestens für zwei ganze Schultage pro Woche anmelden. Die SPD-Fraktion wolle, so Fraktionsvorsitzender Wolfgang Giegerich, „Licht in die verwirrende Vielfalt“ des Ganztags an den Grundschulen bringen und habe eine Zusammenstellung der Angebote in den einzelnen Stadtteilen beantragt mit Aussagen zu den Kosten für die Eltern und zur Betreuung in den Ferienzeiten.

Die Einrichtung zusätzlicher Übergangsklassen für Mittelschüler ist vordringlich, stellt Martina Fehlner, Stadträtin und Landtagsabgeordnete fest. Dies müsse bei der morgigen letzten Plenumssitzung, die traditionell auf der Hohen Warte stattfindet , entschieden werden. Die SPD werde der vorgelegten Resolution an das Kultusministerium zustimmen und konkrete Planungsvorschläge der Stadtverwaltung einfordern. Dies auch vor dem Hintergrund, ergänzt SPD-Schulsprecher Walter Roth, dass das Netz der Mittelschulen in Aschaffenburg „zukunftsfest“ gemacht werden müsse. Es stünden wichtige Entscheidungen heran, etwa die Sanierung der Schönbergschule, die in einem „Gipfelgespräch“ mit allen Betroffenen (Schulbehörden, Stadtverwaltung, Lehrkräfte, Eltern- und Schülervertreter, Stadträte) zu erörtern seien.

Hinweise an die Medien: 1) Die Anträge der SPD-Fraktion finden sie im Anhang. 2) Nachfragen richten Sie bitte an Schulsprecher Walter Roth.

Anträge vom 16. Juli 2015

Anträge: Konsequenzen aus dem „Schulgipfel Grundschulen“ ziehen, hier: Thema „guter Ganztag“

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Herzog,

die SPD-Stadtratsfraktion bedankt sich sehr für die Durchführung des „Grundschulgipfels“ am 26. Juni 2015 mit einem weit gefächerten Themenspektrum und guten Gesprächen und Ergebnissen.

Im Mittelpunkt der Tagung stand das Thema „Ganztagsangebote, Ganztagsklassen, Ganztagsbetreuung“. Die SPD-Fraktion sieht noch Handlungsbedarf in Sachen „Guter Ganztag“ und beantragt daher:

1) Die verschiedenen Formen des „Ganztag in der Grundschule“ sind für Nicht-Fachleute und gerade auch für viele Eltern verwirrend. Wir beantragen daher folgende Auflistungen: a) Welche Angebote (Form, Zeiten) gibt es in den einzelnen Stadtteilen? Wer ist jeweils der Träger? b) Wie hoch sind jeweils die Elternbeiträge? c) Wie sieht die Betreuung in den Ferienzeiten aus? d) Gibt es eine Zusammenarbeit mit einem Hort?

2) Bei künftigen Fachgesprächen über den „Ganztag in der Grundschule“ bitten wir, neben den Schulleitungen, den Trägern und den Stadträten auch die Elternvertreter einzuladen. Von der Seite der Stadtverwaltung ist auch die Teilnahme des Jugendamts zwingend.

3) Die SPD-Fraktion favorisiert aus pädagogischen Gründen die gebundene und die offene Ganztagsgrundschule, die beide in der Hand der Schule und Schulleitung liegen. Für die Eltern entstehen bis auf das Mittagessen keine Kosten.

Wir beantragen daher eine Diskussion und Prioritätensetzung im Kultur- und Schulsenat bzw. in gemeinsamer Sitzung mit dem Jugendhilfeausschuss.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Herzog,

der „gute Ganztag an den Grundschulen“ ist für uns vordringlich. Wir bitten die Verwaltung um zügige Bearbeitung unserer Anträge.

Mit freundlichen Grüßen

Fraktionsvorstand

Wolfgang Giegerich (Fraktionsvorsitzender) Walter Roth (Schulsprecher / Sachbearbeitung)

Anne Lenz-Böhlau (stv. Fraktionsvorsitzende) Karl-Heinz Stegmann (stv. Fraktionsvorsitzender)

Dr. Erich Henke (stv. Fraktionsvorsitzender)

Stadträtinnen und Stadträte mit Schwerpunkt Schule und Bildung:

Martina Fehlner, Mitglied des Bayerischen Landtags Leonie Kapperer, Mitglied des Unterfränkischen Bezirktags Karin Pranghofer, langjähriges Mitglied im Bildungsausschuss des Landtags Erika Haas, Mitglied Kultur- und Schulsenat

Anträge vom 17. Juli 2015

Anträge: Schulgipfel Mittelschulen - Schülerzahlenentwicklung, Übergangsklassen, Schulstruktur und –netz in Aschaffenburg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Herzog,

bei der Sitzung des Kultur- und Schulsenats am 28. Januar 2015 wurde u.a. beschlossen, einen „Schulgipfel der Stadt Aschaffenburg“ durchzuführen, um wesentliche Ergebnisse des Schulentwicklungsplans und Konsequenzen daraus mit allen Betroffenen zu erörtern.

Mittlerweile hat als eine Umsetzung des Beschlusses der „Grundschulgipfel“ am 26. Juni 2015 stattgefunden, und es wurden dabei wichtige Themen erörtert.

Die SPD-Fraktion beantragt als nächsten „Schulgipfel“ eine Zusammenkunft der Mittelschulen, um die aktuellen Probleme zu lösen und Zukunftsfragen zu diskutieren. Dazu muss die Schülerprognose in Teilen aktualisiert werden. Zudem sind Einzelentscheidungen in anstehenden Sitzungen zu treffen.

Begründung und Einzelanträge:

1) Wir müssen schnell entscheiden, an welchen Schulen die zusätzlich erforderlichen Übergangsklassen eingerichtet werden. Diese Klassen sind dringlich, denn es werden weitere Flüchtlinge mit schulpflichtigen Kindern bzw. unbegleitete jugendliche Flüchtlinge nach Aschaffenburg kommen. Bisher sind die Übergangsklassen an der Pestalozzi-Mittelschule eingerichtet. In der Beschlussvorlage zu TOP 20 des Plenums am 13. Juli 2015 (Behandlung abgesetzt) wurde die „Einrichtung weiterer Übergangsklassen ... an verschiedenen Mittelschulen“ angedeutet. Dies sollte umgehend konkretisiert werden.

2) Wir benötigen die Anmeldezahlen für die 5. Klassen, um den Fortbestand einzelner Schulen (Mozartschule im Stadtteil Obernau) bzw. auch die (künftige) Mittelschul-Struktur einschätzen zu können.

3) Von der Entwicklung der Schülerzahlen hängt auch ab, in welcher Weise die Schönberg-Mittelschule zu sanieren ist, ein Thema, das wir leider immer weiter hinausgeschoben haben, das aber dringend im Arbeitskreis Schulen und Großprojekte Hochbau (nächste Sitzung ist am 21. Juli 2015), wegen der Finanzierung im Haupt- und Finanzsenat sowie aus fachlichen Gründen im Kultur- und Schulsenat zu entscheiden ist.

Wir bitten um umgehende Bearbeitung, auch bereits am 21. Juli sowie bei der letzten Plenumssitzung vor der Sommerpause.

Mit freundlichen Grüßen

SPD-Stadtratsfraktion Stadtrat Walter Roth, Schulsprecher, Fraktionsgeschäftsführer