Innenstadtverdichtung: SPD-Fraktion plädiert für Wohnungen auf Discountern

Lidl-Filiale, Foto: Wolfgang Giegerich

14. Mai 2018

"Wir brauchen keine Symbolpolitik. Wir brauchen keine Kreuze in Amtsstuben. Wir brauchen keine Populisten. Wir brauchen bezahlbare Wohnungen für die Bürger in Aschaffenburg." Wolfgang Giegerich, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion hat den Antrag gestellt,dass die Stadtverwaltung mit den Discountern (Aldi, Lidl, etc) oder den Investoren Kontakt aufnimmt mit dem Ziel, die Flachbauten der Discounter mit bezahlbarem Wohnraum aufzustocken.

Die Medien waren in den vergangen Monaten voll von Berichten über die Vorhaben von Aldi und Lidl, über ihren Discount-Flachbauten bezahlbaren Wohnraum zu errichten. „Ein Discounter wird zum Großbauherrn: In den nächsten Jahren will Aldi Nord bis zu 2000 Wohnungen in Berlin errichten", teilte das Unternehmen kürzlich mit. Das Besondere dabei: Die geplanten Mehrfamilienhäuser sollen auf zentral gelegenen Grundstücken in der Innenstadt gebaut werden, auf denen bereits Aldi-Märkte stehen. Diese alten Märkte werden abgerissen, neu gebaut und um darauf liegende mehrstöckige Wohnblöcke ergänzt. Auf Projektskizzen sind simple, aber moderne Bauten mit einem großzügigen Discounter im Erdgeschoss zu sehen. Und, typisch für den Discounter: Die Wohnungen sollen günstig vermietet werden.
„Grundstücke einstöckig zu bebauen ist eigentlich Flächenverschwendung“, sagte Jörg Michalek, Geschäftsführer der Aldi Immobilienverwaltung, bei der Vorstellung zweier Pilotprojekte in Berlin. Die Verdichtung der Wohnbebauung in der Innenstadt sei eine Möglichkeit, die zusätzliche Nachfrage nach Wohnraum zu decken. Geplant ist ein Sozialwohnungsanteil von 30 Prozent. Diese sollen zu 6,50 Euro pro Quadratmeter netto kalt vermietet werden. Aber auch die anderen Wohnungen werden mit einem Preisdeckel versehen: Mieten von höchstens zehn Euro netto kalt werden verlangt."

Wolfgang Giegerich: "In Aschaffenburg fehlen 4.000 Wohnungen, insbesondere bezahlbare Wohnungen. Daran haben auch die vielfältigen Bemühungen der Stadtbau nur wenig ändern können. Deshalb ist es notwendig, alle Möglichkeiten zu Innenverdichtung zu nutzen. Wir beantragen in der nächsten Sitzung des Planungs- und Verkehrssenats über diesen Antrag zu entscheiden und umgehend entsprechend zu handeln."

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